Feigenbaum (Ficus retusa) und Ginseng - Feige (ficus ginseng)

 

Beschreibung: Der Feigenbaum ist eine überwiegend im tropischen Bereich beheimatetes Gehölz. Er ist immergrün und erreicht in freier Natur enorme Größen. Als großer und auch als kleinerer Bonsai kann er extrem alt werden. Er ist sehr robust und gehört zu den pflegeleichtesten Arten. Bei höherer Luftfeuchtigkeit bildet er gerne Luftwurzeln, so dass ein sehr exotisches Aussehen erreicht werden kann.

Der Ficus ginseng ist noch wenig bekannt. Er hat nichts mit der ursprünglichen Ginseng - Pflanze zu tun. Lediglich sein skuriler Wurzel- bzw. Stammansatz erinnert an Ginseng - Pflanzen. Er ist ebenfalls recht anspruchslos und kann mit geringem Pflegeaufwand gut gehalten werden.

 

Standort: Halbschattig bis schattig (Nord-, Ost- oder Westseite). Feigenbäume kommen häufig auch mit sehr wenig Licht aus, so dass ein Platz 1 - 2 m im Raum auch möglich wäre. Sollte ihr Baum dort verstärkt gelbe Blätter entwickeln, sollten Sie ihn wieder lichtintensiver stellen.

 

Überwinterung: Der Feigenbaum kann relativ gut beheizte Wohnzimmerplätze ertragen. Bei heizungsnahem Standort sollte ein wenig für Luftfeuchtigekeit gesorgt werden. Sie können ihn regelmäßig mit kalkfreiem Wasser (destilliertes Wasser, Mineralwasser ohne Kohlensäure) besprühen oder Sie stellen ihn auf ein größeres Tablett, gefüllt mit Blähton (Lavagranulat, Hydrosteinchen). Um Dauernässe im Erdreich zu vermeiden stellen Sie Ihren Bonsai mit Unterschale auf das stets feucht zu haltende Granulat.

Ein kühlerer Standort mit Temperaturen über 10°C wäre auch möglich (dann aber auch erheblich weniger gießen).

 

Umtopfen: Alle 2 Jahre bei jüngeren und alle 3 Jahre bei älteren Bonsai stellt sich die Frage, ob Sie die Bonsai - Schale vergrößern möchten (20 - 30% vom Volumen) oder ob Sie die Wurzeln etwas stärker schneiden und den Baum in die gleiche Schale zurücktopfen.

Das Umtopfen erfolgt im Frühjahr. Sie nehmen den Baum vorsichtig aus der Schale (evtl. Erde erst zur Mitte drücken), lockern die feinen Haarwurzeln so auf, dass sie locker herunterhängen. Nun kürzen Sie die herunterhängenden Wurzeln um die Hälfte. Jetzt bestreuen Sie den Boden der Schale mit etwas frischer Bonsai - Erde, setzen den Wurzelballen darauf und drücken die Erde überall ordentlich fest. Danach einmal kurz ins Wasserbad tauchen (10 Sekunden), damit die Flugstücke der Erde verschwinden.

 

Düngen: Ganzjährig 1x monatlich mit Bonsai - Flüssigdünger

 

Gießen: Stets leicht - mittelstark antrocknen lassen (die Erdoberfläche sollte sich nicht mehr nass anfühlen) und dann richtig durchgießen (bis aus dem Abzugsloch etwas Wasser heraustropft) oder tauchen bis es nicht mehr blubbert (ca. 1 Minute).

Je nach Standort sollte alle 2 - 5 Tage gegossen oder getaucht werden. Feigenbäume in großen Schalen werden nur ca. 1x pro Woche genässt. Bei ganz kleinen Schalen empfehle ich, unbedingt zu tauchen. Es sollte kalkarmes wasser verwendet werden. Manchmal bildet sich bei Leitungswasser ei weißer Belag auf der Erde; dann sollte unbedingt auf Regenwasser, stilles Mineralwasser oder gefiltertes Wasser gewechselt werden (den weißen "Schimmel" abkratzen).

 

Schneiden: Sie lassen die frischen, jungen Äste auf eine Länge von 6 - 8 Blättern sprießen und schneiden dann so zurück, dass 1 - 3 Blätter am Ast stehen bleiben. Alle 2 Jahre empfiehlt sich ein Rückschnitt in etwas dickere Äste, damit Ihr Bonsai nicht zu schnell zu groß wird. Der Rückschnitt in verholzte Bereiche sollte von Frühjahr bis Sommer stattfinden, das gewährleistet einen raschen Neuaustrieb.

Sollte Ihr Bonsai einmal gelitten und massiv gelbe Blätter produziert haben, wäre  auch dann ein Rückschnitt in holzige Bereiche von Vorteil.

 

Besonderheiten und/oder Auffälligkeiten: Feigenbäume mögen keine Zugluft. Gerade im Winter sollten sie so gestellt werden, dass keine kalte Zugluft ihre Blätter streift.

parasitär ist am ehesten mit einem Schildlausbefall zu rechnen (kleine, braune, pockenartige Erhebungen an den Astgabeln, evtl. etwas klebriges Umfeld). Bei geringem Befall können Schildläuse manuell entfernt werden. Sicherer hingegen ist die Behandlung mit einem entsprechenden Spritzmittel.

 

 

 

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